Ich absolviere momentan den Bundesfreiwilligendienst an der
Maria Montessori Grundschule in Dorsten und wollte euch von meinen Erfahrungen
berichten.
Maria Montessori hat ein Konzept des selbstständigen Lernens
entwickelt, dieses Konzept wird heute in vielen Kindergärten und Schulen auf
der ganzen Welt angewandt. Das Konzept geht davon aus, das Kinder von Natur aus
sehr Neugierig und Wissbegierig sind. Maria Montessori spricht von sensiblen
Phasen, in welchen die Kinder in der Lage sind sich sehr lange und sehr
intensiv auf ein bestimmtes Thema einzulassen.
Sollte ein Kind also in einer Phase sein, in der es sich besonders
intensiv mit einem Thema beschäftigt, dann sollte man diese Phase auf jeden
Fall nutzen und dem Kind die Möglichkeit geben seine Neugierde auszuleben. Das
Konzept nach Maria Montessori versucht jedes Kind individuell zu fördern und
versucht jedem Kind die Zeit zu geben die es zum lernen braucht! Dabei ist es
sehr wichtig das Kind nicht zum lernen zu zwingen, sondern das Kind fürs Lernen
zu begeistern. Der Lehrer nimmt dabei eine vermittelnde Rolle ein, seine
Aufgabe ist es dem Kind das Lernmaterial näher zu bringen und ihm bei Fragen zu
helfen. In einem 2 Jährigen Lehrgang
lernen die Lehrer die verschiedenen Montessori Materialien kennen und lernen
auch wie sie diese den Kindern näher bringen. Einen solchen Lehrgang, sollte
jeder Klassenlehrer einer Montessori Schule absolviert haben. Nun klingt das
alles in der Theorie sehr schön, aber wie sieht es ganz konkret in der Praxis
aus. Im Gegensatz zu normalen Grundschulen, gibt es in den meisten Montessori
Schulen keine Klassen nach Jahrgängen, sondern Jahrgangsmischungen von den
Klassen 1-4, das hat den Vorteil, dadurch soll übertriebener Konkurrenzkampf
zwischen den Schülern vermieden werden. Auch der Stundenplan sieht im Vergleich
zu einer Regelschule deutlich anders aus, ein großer Teil des Unterrichtes
besteht aus der sogenannten Freiarbeit, wo die Kinder Rechnen und Schreiben
lernen aber auch Projekten in verschiedensten Themen nachgehen. Neben der Freiarbeit gibt es noch den
Experten Unterricht in den Bereichen Mathe, Deutsch und Englisch und den
Epochen Unterricht, wo die Kinder sich über Wochen gemeinsam mit einem
bestimmten Themen beschäftigen, so gibt es Theaterepochen, Sexualepochen oder
Naturepochen. Ein weiterer wichtiger Unterschied zur Regelschule, besteht im
Fehlen von Noten, Zeugnissen, Klausuren und oftmals Hausaufgaben. All dies soll
dafür Sorgen, dass dem Kind die Freude am Lernen nicht verloren geht. Die
Kinder werden jedoch dazu angehalten, zuhause freiwillig weiter zu lernen. Ein solche Betreuung ist an einer Regelschule
nicht vorstellbar. Bei Klassengrößen von 24 Schülern und nur einem Lehrer, kann
so ein Konzept nicht umgesetzt werden. In den Klassen der Montessori Schule
lernen meist nur ca. 18 Schüler zusammen und das bei einer deutlich höheren
Zahl an Lehrpersonal. Auf eine Lehrkraft kommen 4-6 Schüler. Trotz all dieser
Fakten, haben viel Montessori Schulen in Deutschland mit dem Ruf zu kämpfen nur
für „spezielle Kinder“ zu sein. Für viele klingt das Konzept sehr interessant,
aber ihr eigenes Kind würden sie nie an einer solchen Schule anmelden. Immer
mehr Eltern hoffen auf den Erfolg ihrer Kinder in der Schule und das fängt
bereits im Vorschulalter an. Wie leben in einer Leistungsgesellschaft und
diesen Druck spüren oft sogar schon die kleinsten. Oft wird vergessen wie
wichtig die Grund und Vorschulzeit für Kinder ist, nicht nur in der schulischen
sondern auch in der persönlichen Entwicklung des Kindes, in dieser Zeit werden
Grundsteine gelegt, die nach der Grundschule entscheidend und unwiderruflich
sind. Bitte lasst mich in den Kommentaren wissen, was ihr denkt. Würdet ihr
euer Kind auf eine Montessori Schule schicken?

I could not refrain from commenting. Very well written!
ReplyDeleteAlso visit my website : his explanation